So definieren die Deutschen ihren Wohlstand

Trotz steigender Wirtschaftsleistung sind viele Deutsche unglücklich.

Sicherheit statt Luxus: Rund 60 Prozent der Deutschen geben an, dass die Familie ihr Wohlergehen verbessert

Eine Langzeitstudie versucht, den Wohlstandsgrad der Deutschen genauer zu definieren. Sie bringt vier Grundbedürfnisse zum Vorschein.

“Mein Haus, mein Auto, meine Yacht” – wer in dieser Reihenfolge seine Besitztümer aufzählen kann, gehört bislang zur Gruppe jener, die es gemeinhin “geschafft” haben: Menschen, die ein Leben in Wohlstand führen, der sich vor allem durch materiellen Überfluss ausdrückt.

Lange galtdas Bruttoinlandsprodukt deshalb als Wohlfühlmesswert der Nation. Doch trotz eines stetig steigenden BIPs sehen die Deutschen ihre eigene Situation immer düsterer – darauf lassen die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos schließen. Sie räumt mit dem Irrglauben auf, dass ein höherer Lebensstandard zwangsläufig ein höheres Maß an Zufriedenheit mit sich bringt.

Eigene Kriterien für Wohlstand

Um den Wohlstandsgrad der Deutschen genauer zu definieren, hat das Marktforschungsunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski ein Barometer entwickelt, für den die Befragten selbst die Kriterien festlegen, nach denen sie Wohlstand definieren.

DAS BRUTTOINLANDSPRODUKT
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Ziel des Projekts sei es, auch immaterielle Werte in die Bemessung mit einfließen zu lassen. Der ökonomische Wohlstand ist jedoch nach wie vor der dominante Aspekt. Der Studie zufolge geht es den Deutschen allerdings weniger darum, ihren Besitz zu vermehren, sondern vielmehr darum, ihn zu erhalten. “An die Mär vom Immer-Mehr glaubt niemand mehr. Die Deutschen wollen nicht mehr Geld, sie wollen mehr Sicherheit”, fasste Zukunftsforscher Opaschowski die Ergebnisse zusammen.

Vier Grundbedürfnisse

Die Untersuchung, für die 2000 Menschen befragt wurden, brachte vier Grundbedürfnisse zum Vorschein. Die wichtigste der vier Säulen ist und bleibt der ökonomische Wohlstand, der 40 Prozent des Gesamtwohlstands ausmacht.

Für rund drei Viertel der Befragten bedeutet Wohlstand, sich keine finanziellen Sorgen machen zu müssen. Knapp zwei Drittel assoziieren mit Wohlstand, ein sicheres Einkommen und einen sicheren Arbeitsplatz zu haben.

An zweiter Stellen nennen die Teilnehmer der Studie den individuellen Wohlstand. Hier ist auffällig, dass es weniger ein extravaganter Lebensstil als eine solide Gesundheitsversorgung ist, die sich die Mehrheit (54 Prozent) wünscht.

Für ebenso viele stellt Unbeschwertheit ein wichtiges Kriterium bei der Bemessung der Lebensqualität dar. Unter einem glücklichen Leben verstehen 54 Prozent, keine Angst vor der Zukunft zu haben und sich gesund zu fühlen (53 Prozent).

Frieden und Familie

Die dritte Säule ist der gesellschaftliche Wohlstand – der den Befragten aber weit weniger wichtig ist als die beiden anderen Faktoren. Gut 60 Prozent sagten, es sei ihnen wichtig, in Frieden zu leben und ihre Meinung frei äußern zu können. Ähnlich viele betonten, dass die Familie und der Kontakt zu guten Freunden das Wohlergehen verbessern. Das letzte Kriterium ist der ökologische Wohlstand, der nur zwölf Prozent des Gesamtwohlstands ausmacht.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass sich der subjektiv wahrgenommene Wohlstand nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet, wohl aber zwischen Ost und West: Im Westen liegt der Index mit 44,5 deutlich höher als in Ostdeutschland mit 34,4. Zudem wächst der individuell empfundene Wohlstand mit dem Alter und dem Einkommen.

Ergänzungen zum BIP

Bei der ersten Erhebung erreichte der Index den Wert 42,4, bei einem möglichen Höchstwert von 100. Ipsos will die Befragung quartalsmäßig fortführen. Erst wenn Vergleichswerte vorliegen, werde es richtig spannend, sagte Opaschowski.

Der neue Index könne wertvolle Ergänzungen zum BIP liefern, als Alternative eigne er sich nicht, relativierte der Wissenschaftler das Barometer. In Zeiten, in denen sich die Wohlstandsgesellschaft auf dem Weg in eine Wohlfühl- und Wohlergehensgesellschaft befindet, sei es jedoch wichtig, dass die weichen, nicht monetären Kriterien, stärker berücksichtigt würden.

Aus Welt.de von Eva Eusterhus und Lutz Bergmann

 

 

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