Frühlingsgefühle – kennen Sie die?

Frühlingsgefühle – kennen Sie die?

Was sind Frühlingsgefühle und was kann man tun gegen die Frühlingsmüdigkeit?

 

Ich liebe den Frühling mit oder ohne Frühlungsgefühle.
Der Frühling ist für mich die schönste Jahreszeit im Jahr. Es ist die Jahreszeit, in der meine Kamera zum Glühen kommt. Und erst Recht, wenn er sich so von seiner schönsten Seite zeigt, wie in diesem Jahr.

Endlich geht die dunkle, kalte Jahreszeit vorbei. Im Frühling werden die Tage länger und mit der Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit haben wir sogar jeden Tag eine Stunde mehr bei Tageslicht.

Krokusse verdrängen die letzten Schneeglöckchen
Auf die Schneeglöckchen folgen Krokusse

Die Temperaturen werden milder, der Schnee schmilzt, die Wiesen werden grün, die Blumen beginnen zu blühen und Vöglein zwitschern. Krokusse lösen die Schneeglöckchen ab, bald darauf folgen Narzissen, Osterglocken, Primeln, Stiefmütterchen, Tulpen, die Magnolien, die Kastanien … und, und, und …

Ich liebe die Kirschblüten, die Apfelblüten und den Duft des Flieders. Und ich bin immer wieder begeistert vom Rhododendron.
Eigentlich finde ich alle blühenden Pflanzen einzigartig. Selbst den leuchtengelben Löwenzahn finde ich toll.

Ich freue mich jedes Jahr auf´s Neue, meine Balkonkästen mit Stiefmütterchen zu bepflanzen. Die sind ungiftig für meine Katze. Darauf muss ich immer achten.

Meine Katze prüft die Stiefmütterchen für meine Balkonkästen
Meine Katze prüft die Stiefmütterchen

 

Stiefmütterchen in meinen Balkonkästen
Stiefmütterchen in meinen Balkonkästen

 

Frühlingsbräuche

In allen Ländern gibt es Frühlingsbräuche, die die Freude der Menschen zum Ausdruck bringen, dass nun endlich der Frühling erwacht ist. Solche Bräuche sind zum Beispiel das Frühlingserwachen.

Machen Sie bei sich zu Hause einen Frühjahrsputz? Auch das ist ein alter Frühlingsbrauch. Und Ostern, dass ja auch zum Frühling gehört, ist mit vielen Frühlingsbräuchen behaftet. Weiter fallen mir der Hexentanz in den 1. Mai und Pfingsten ein, die in den Frühling fallen.

Blühender Flieder

 

Sicher fällt Ihnen noch der eine oder andere Frühlingsbrauch ein. Schreiben Sie ihn mir bitte unter dem Artikel in das Kommentarfeld ein.

 

 

Doch, was hat das alles mit den Frühlingsgefühlen auf sich?

Der Frühling steht für das Entstehen neuen Lebens. Die Vögel bauen Nester, legen und brüten ihre Eier. Die Säugetiere paaren sich im Frühling und bringen ihre Jungen zur Welt.
Genau wie die Natur können auch Mensch und Tier durchatmen. Die dunkle Jahreszeit ist vorbei, die Gesichter schauen freundlicher, Depressionen lassen nach oder verschwinden, die Straßencafés füllen sich und auf Liegewiesen und Parkbänken genießen wir die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Wir können endlich wieder leichte Kleidung tragen, haben Freude am Flirten, feiern Frühlingsfeste und die ersten Gartenpartys.

Und was steckt dahinter?

Es sind bestimmte Hormone, die in uns Gefühle entstehen lassen, so auch die Frühlingsgefühle. Im Frühjahr stellt der Körper den Hormonhaushalt um und es werden verstärkt Endorphin, Testosteron und Östrogen ausgeschüttet und der Melatoninspiegel im Blut sinkt. Die Zeit der Paarung und des Brütens beginnt. Auch wir Menschen spüren im Frühling verstärkt den Wunsch nach einem Partner. Die vermehrte Hormonausschüttung. ist nicht ganz unbeteiligt daran.

Mit der steigenden Lichtintensität werden insbesondere bei Naturvölkern vermehrt Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Diese sorgen für ein allgemein besseres Befinden und bewirken eine leichte Euphorie. Evolutionsbiologen sind der Meinung, dass dies ein Überbleibsel des geschlechtlichen Jahreszyklus darstellt, wie wir ihn bei vielen Tierarten finden. Schon von jeher sind für Mensch und Tier Im Frühjahr die Umweltbedingungen für die Fortpflanzung und Jungenaufzucht günstig.

Endokrinologen, Spezialisten für Hormone und Nervenbotenstoffe, haben herausgefunden, dass es zuerst die Sexualhormone sind, die verrückt spielen. Beispielsweise sind für die enthusiastischen Gefühle während des Verliebtseins Nervenbotenstoffe verantwortlich, die sogenannten Neurotransmitter:

  • Dopamin gilt  Im Volksmund als Glückshormon.  Bei Vorfreude produzieren Nervenzellen im Mittelhirn Dopamin, das am Ende einer Signalkette für ein Glücksgefühl sorgt. Es steuert emotionale sowie geistige Reaktionen und wirkt motivierend. Dopamin macht Liebe aufgeregend, manchmal sogar besessen. So begünstigt es die Fixierung auf eine Person. Und alles in allem ist Glück ein chemischer Vorgang. Ernüchternd – oder?
  • Endorphine sind körpereigene Drogen und erzeugen das Glücksgefühl, Das Wort Endorphin ist eine Wortkreuzung aus „endogenes Morphin“ mit der Bedeutung ‚ein vom Körper selbst produziertes Opioid‘. Ein Glück, dass wir dafür nicht eingesperrt werden. Wir dürfen uns ganz legal dopen. Leistungssportler schütten ganz besonders viel Endorphine aus. Sie kennen dieses Gefühl sehr gut. Endorphine regeln Empfindungen wie Schmerz  und Hunger. Sie stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert. Endorphine können die dopaminerge Erregungsleitung manipulieren, so dass die Ausschüttung von Dopamin verstärkt wird.
  •  Serotonin wirkt auf den Blutdruck indem es die Blutgefäße kontrahiert und reguliert. Es wirkt außerdem auf die Magen-Darm-Tätigkeit und die Signalübertragung im Zentralnervensystem. Im Zentralnervensystem steigert es die Erregung und wirkt ebenfalls wie ein Rauschmittel.
    Serotonin ist in der Natur weit verbreitet. Bereits einzellige Organismen wie Amöben können Serotonin produzieren. Im Tierreich ist Serotonin in nahezu allen Spezies anzutreffen. Als Serotonin-Produzenten gelten ebenso Pflanzen.

Wussten Sie, …

  • dass Serotonin in den Brennhaaren der Brennnessel für deren bekannte Wirkung mitverantwortlich ist?.
  • dass Walnüsse, über 300 µg/g Serotonin enthalten können und damit zu den serotoninreichsten pflanzlichen Lebensmitteln zählen?
  • dass auch Kochbananen, Ananas, Bananen, Kiwis, Pflaumen, Tomaten, Kakao und davon abgeleitete Produkte, wie beispielsweise Schokolade, mehr als 1 µg/g Serotonin enthalten?

Damit ist klar, warum Schokolade glücklich macht. Wenn Sie von der Schokolade also kein Hüftgold bekommen wollen, essen Sie doch bei der nächsten Süßzeugattacke einfach eine Banane oder ein anderes serotoninhaltiges Lebensmittel.

Frühlingsgefühle gibt es nicht nur in der Jugend

Begünstigt durch die Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, Endorphine) erleben auch viele ältere Menschen ihren “zweiten Frühling”
Wie auch immer!  Letztlich ist der Wonnemonat Mai seit alters her als Frühlings-, Liebes- und Hochzeitsmonat bekannt.

Was ist Frühjahrsmüdigkeit?

Frühjahrsmüde und antriebslos
Bildquelle: Fotalia

Unter der Frühjahrsmüdigkeit versteht man eine verringerte Leistungs-bereitschaft und Mattigkeit, die viele Menschen im Frühling erleben.

Es handelt sich hierbei um keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern um eine durch den Jahreszeitenwechsel hervorgerufene Erscheinung. Die genauen Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind noch nicht vollständig geklärt.

Fest steht, dass der Hormonhaushalt eine große Rolle spielt. Die  Frühjahrsmüdigkeit wird vor allem dem immer noch stark im Blut vorhandenen Schlafhormon Melatonin zugeschrieben, das noch aus dem Winter stammt und langsam zurückgefahren wird. Außerdem fällts dem Körper schwer, sich nach dem Winter auf die neuen Licht- und Temperaturverhältnisse einzustellen.  Durch das wärmende Wetter im Frühling weiten sich die Blutgefäße und dadurch sinkt der Blutdruck, was zusätzlich ermüdend wirken kann.  Bestes Gegenmittel: spazieren zu gehen, ab in die Sonne. 😉

Der deutsche Lyriker und Dramatiker Emanuel Geibel (1815 – 1884) schrieb so passend:

“Frühling ist die schöne Jahreszeit,
in der der Winterschlaf aufhört und
die Frühjahrsmüdigkeit beginnt.”

 

 Schon die alten Minnesänger sahen im Frühling eine gefühlsfördernde Jahreszeit und besangen ihn ausgiebig. Alle großen Dichter haben ihre “Frühlingsgefühle” in Gedichten und/oder Liebesbriefen mit voller Leidenschaft und Inbrunst zum Ausdruck gebracht. Hier mal ein paar der bekanntestens und ältesten:

Er ist's
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike (1804 – 1875),
deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter

 

Ja es umgibt uns eine neue Welt!
Der Schatten dieser immer grünen Bäume
Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder
Das Rauschen dieser Brunnen, schwankend wiegen
Im Morgenwinde sich die jungen Zweige.
Die Blumen von den Beeten schauen uns
Mit ihren Kinderaugen freundlich an.
Der Gärtner deckt getrost das Winterhaus
Schon der Citronen und Orangen ab,
Der blaue Himmel ruhet über uns
Und an dem Horizonte lös't der Schnee
Der fernen Berge sich in leisen Duft.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832),
deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

 

Frühlingsglaube
Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und wehen Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag,
das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!
Ludwig Uhland (1787 – 1862),
deutscher Lyriker und Germanist, Mitglied des Paulsparlaments

 

Der Frühling
Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.
Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.
Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770 – 1843),
deutscher evangelischer Theologe, Dramatiker und Lyriker

 

Frühlingsblumen

 

Der Frühling endet am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres mit genau 16 Stunden Tageslicht und 8 Stunden Nacht.
Es ist der Tag der Sommersonnenwende.

 

 

 

Leider ist es mir nicht gelungen, die vielen Fotos in meinen Artikel einzubinden. WordPress hat gestreikt. Deshalb erstelle ich eine Extra-Seite mit meinen Frühlings-Impressionen. Vielleicht kann ich Sie dafür begeistern, selbst mit der Fotokamera auf die Pirsch zu gehen.

 

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