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Solidarität zu üben ist so einfach und bewirkt so viel

Solidarität – ist sie verlorengegangen?

Heute möchte ich zu den sogenannten „Flüchtlngsproblemen“ Stellung beziehen.

 

Vorab zum Verständnis, warum ich die Frage nach der Solidarität stelle:

Ich bin Jahrgang 1949, also fast noch ein Nachkriegskind. Das heißt, es war immer noch eine sehr schwierige Zeit, genügend zu Essen zu haben und im Winter genügend Kohlen, um wenigstens ein Zimmer warm zu bekommen.Ein halbes Jahr nach meiner Geburt wurde die DDR gegründet. Ich bin in Thüringen geboren und aufgewachsen.

Kleidung für die Kinder wurde meist aus abgelegter Kleidung der Erwachsenen genäht oder aus Bettlaken. Ich hatte das Glück, dass ich eine große Schwester habe, die 17 Jahre älter als ich ist und die leidenschaftlich gern gestrickt hat. Wolle gab´s natürlich auch nicht an jeder Ecke, aber meine Schwester wusste sich zu helfen. Sie trennte kurzerhand die zu klein gewordenen Pullover und Kleidchen wieder auf, zog den Wollfaden durch Dampf, damit er entkräuselt wurde, und strickte daraus neue Sachen.

Mein damals 15jähriger Bruder beschaffte auf dem Güterbahnhof Braunkohlenbriketts zum Heizen, indem er mit Freunden die Kohlen auflas, die von den Güterwagen heruntergeworfen wurden..

Meine Mutter verkaufte ihr Akkordeon,an einen Bauern, um es gegen Butter und Eier einzutauschen. Und sie ging auf die Felder, um Kartoffeln zu stoppeln. Nebenbei half sie, die Trümmern in Nordhausen zu beseitigen. Nordhausen war in den letzten Kriegstagen zu 75 % zerstört worden. Die Trümmerfrauen gingen in die Geschichte ein. Und meine Mutter ging arbeiten, und sie arbeitete sehr viel. Mein Vater verließ uns, als meine Mutter mit meiner jüngeren Schwester schwanger war. Ich bewundere meine Mutter, wie sie all die Herausforderungen gemeistert hat und sich trotzdem noch extrem viel um die anderen Menschen gekümmert hat. Und das bis ins hohe Alter. Erst mit 84 Jahren hat sie ihre Funktion als Vorsitzende der Volkssolidatät des Wohnbezirkes aufgegeben. 2005 ist sie im Alter von 89 Jahren gestorben und hat in den Jahren nach der Wende die Welt kennengelernt und ein angenehmes Leben geführt.

In dem Punkt, sich um andere Menschen zu kümmern, eben Solidarität zu üben, war sie mir stets Vorbild und deshalb bin ich ihren Spuren gefolgt. Auch für mich ist es von Jugend an Herzensbedürfnis, anderen Menschen zu helfen. Und das ist bis heute so geblieben, wie ich weiter unten noch ausführen werde. Aus diesem Grunde nehme ich auch jedes Jahr an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ teil, um Kindern aus armen Verhältnissen im Ausland eine Freude zu machen. Ich habe schon mehrfach hier in meinem Blog darüber geschrieben.

 

„Solidarität ist die Gesinnung einer Gemeinschaft mit starker innerer Verbundenheit“

„Solidarität ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das praktisch werden kann und soll.“

Zitate von Alfred Vierkandt aus 1928 (deutscher Soziologe, 1867 – 1953)

 

„Nur eine solidarische Welt kann eine gerechte und friedvolle Welt sein.“

Zitat von Richard von Weizsäcker (1920-2015) Verantwortung für sozialen Fortschritt und Menschenrechte, 1986

 

Flüchtlinge – Fremde? Freunde? Probleme?

 

Mag man über die DDR denken wie man will. Hier haben sich die Menschen immer gegenseitig geholfen. Und das nicht nur unter Freunden oder Nachbarn. Auch die internationale Solidarität war in uns tief verwurzelt. Bis heute habe ich die Namen von Nelson Mandela, Angela Davis, Martin Luther King und vielen anderen fortschrittlichen Menschen nicht vergessen, die wir durch Spenden oder Briefe unterstützt haben. Nicht unerwähnt bleiben darf dabei auch das vietnamesische Volk, das unter der Aggression der USA so unendlich gelitten hat. Für uns war es selbstverständlich, dass Menschen aus Vietnam, der Mongolei, Kuba, Polen etc. bei uns lebten und arbeiteten.

Wir hatten keinen Marshall-Plan wie die Bundesrepublik. Alles, was wir hatten, haben wir, unsere Eltern und Großeltern uns selbst erarbeitet. Und natürlich auch die Beziehungen untereinander genutzt. Wie sagt man so schön, „Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.“.Das war gelebte Solidarität.

Heute, in der globalen Welt, nennt man das Netzwerken. ;-). Nur leider sind diese Netzwerke oft sehr oberflächlich. In Zeiten wie diesen kristallisiert sich jedoch schnell heraus, wes Geistes Kind jemand ist.

Wer Flüchtlinge – aus welchem Land auch immer – beschimpft oder sogar tätlich angreift, hat nichts aus der Geschichte gelernt. Und der gehört bestraft. Dem Rassenhass muss Einhalt geboten werden. Und den Neonazis dürfen keine Plattformen mehr gegeben werden, auf denen sie ihren extremen Fremdenhass postulieren können.

Ich meine nicht die Menschen, die sich über die Einrichtung von Flüchtlings-Unterkünften beklagen oder dass sie sogar ihre Wohnung räumen müssen, um Flüchtlinge darin unterzubringen. Dafür habe auch ich überhaupt kein Verständnis, denn es gibt genügend leerstehende Wohnungen, ungenutzte Gebäude und große Freiflächen, die man für die Unterbringung von Flüchtlingen ausbauen bzw. umfunktionieren könnte. Massenunterkünfte lehne ich allerdings ab, denn diese sind in meinen Augen entwürdigend. Versetzen Sie sich einfach mal in die Situation dieser Menschen, das Hier ist die Bundesregierung gefragt und darf ihre Verantwortung auch nicht auf die Kommunen abwälzen, die dieser Herausforderung nicht gewachsen sind. Die Diskussionen zur Flüchtlingspolitik und den neuen Herausforderungen für die Solidarität mit Flüchtlingen und Asylsuchenden haben erst jetzt richtig Fahrt gewonnen. Und das ist gut so.
Wir alle tragen in der Auseinandersetzung Verantwortung und sollten Farbe bekennen.

Prominente positionieren sich deutlich

Sehr viele Prominente tun dies nachdrücklich und machen sich für Flüchtlinge stark, wie zum Beispiel Volker PispersTil Schweiger, Jörg PilawaIris Berben, Udo Lindenberg, Barbara Schöneberger, Sandra Maischberger, Oliver Kalkofe, Die Ärzte, Herbert Grönemeyer, Joko und Klaas, die Band Madsen, Sido, Dieter Hallervorden. Auch Heiner Geißler fand beim Deutschen Radiopreis deutliche Worte gegen Rechtsextremismus und gegen die Schlepperbanden.
In Potsdam-Babelsberg hat der Fußballclub Babelsberg schon 2014 eine eigene Mannschaft für Flüchtlinge gegründet mit allen Rechten und Pflichten:
Bei Welcome United 03 spielen Fußballer aus 10 Nationen.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft positionierte sich in einer knappen Video-Botschaft  für Weltoffenheit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Respekt und Fairplay. 

 

Neue Qualität der weltweiten Flüchtlingsbewegung

Es hat eine neue Art von Völkerwanderungen begonnen, die aber nur der Anfang von globalen Umwälzungen sind. Heute stehen wir vor einer neuen Qualität der weltweiten Flüchtlingsbewegung. 2014 waren weltweit 60 Millionen auf der Flucht – so viele wie seit dem II. Weltkrieg nicht mehr. Oft ist für die Menschen Flucht der einzig mögliche Weg, nicht nur bei politischer Verfolgung, sondern auch bei Vernichtung der Lebensgrundlagen durch Kriege und Umweltkatastrophen. Es geht längst nicht mehr nur um das Recht auf politisches Asyl für Demokraten, fortschrittliche und revolutionäre Menschen.

Viel zu spät hat die Politik in Deutschland, aber auch in den anderen Ländern, sich mit diesen brennenden Fragen beschäftigt. Doch was tun die Regierungen? Statt an einer für alle Seiten gerechten Lösung zu arbeiten, gibt es nur gegenseitige Schuldzuweisungen. Wo soll das hinführen? Und wo ist der Gedanke der Solidarität geblieben?

 

Ist die Solidarität verloren gegangen?

Wie ich in den letzten Tagen beobachten konnte, gibt es die Solidarität noch, zwar zaghaft, aber sie wächst. Und das lässt hoffen.

Ich bin begeistert, wie die Menschen in München Solidarität üben mit den Flüchtlingen, die nach tagelangen Strapazen endlich in Deutschland angegkommen sind. Und so wächst aus dem Keim wieder eine mitreißende Bewegung, der sich viele Menschen anschließen, um zu helfen. Einen sehr großen Anteil haben dabei die sozialen Netzwerke im Internet, allem voran Twitter und Facebook, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Ich finde es sehr wichtig, Farbe zu bekennen, selbst auf die Gefahr hin, angefeindet zu werden, wie z. B. Til Schweiger, der auch auf meiner Seite immer wieder angegriffen wurde, als ich einen seiner Beiträge geteilt hatte. Für diese unsachlichen Hasstiraden finde ich absolut kein Verständnis.

 

Solidarität zu üben ist so einfach
und bewirkt so viel!

 

Auf Facebook habe ich Mitte der Woche Kenntnis erlangt von einer Solidaritätsaktion des Deutschen Roten Kreuzes mit Unterstützung durch die Verkaufsplattform reBuy.de und das Versandunternehmen Hermes. Darin wurde aufgerufen, Kinder- und Jugendkleidung (in gutem Zustand), Bücher (möglichst mehrsprachig, Kinderbücher, Bilderbücher) und Spielzeug zu spenden. Vorrangig sollen Kinder und Jugendliche in 160 vom Roten Kreuz initiierten Flüchtlingsunterkünften mit diesen Spenden unterstützt werden. Auf der Internetseite von reBuy.de kann man mit nur einem Klick ein Versandetikett ausdrucken, das ein Hilfspaket kostenlos ans Deutsche Rote Kreuz nach Berlin schickt.

Ich war begeistert, dass bereits in den ersten 48 Stunden nach Bekanntgabe der Aktion über 5000 Versandetiketten ausgedruckt wurden. Den Artikel habe ich sofort auf meiner Facebook-Seite mit meinen Freunden geteilt. Da wollte ich auch unbedingt selbst dabei sein und habe noch in derselben Nacht und heute am Tag darauf mein Kinderzimmer durchforstet. Das hatte ich vor Jahren für meine Enkelkinder mit jeder Menge Spielsachen, Büchern, CDs, Musikinstrumenten, Computer und Schlafgelegenheit eingerichtet. Sie sind einfach viel zu schnell groß geworden. 😉

 

Gutes tun ist gar nicht schwer und macht glücklich

Und nun freue ich mich, dass ich auf so einfache Weise Gutes tun kann.. Und, dass ich all die schönen Dinge nicht wegwerfen muss, was mir immer wieder sehr schwer fällt.

Das erste Paket war schnell gepackt. Es waren etliche Kinderbücher und Malhefte – alle niegelnagelneu.

Kinderbücher und Malhefte für Flüchtlinge

 

Kinderbücher für Flüchtlinge

 

Kinderbücher und Malhefte für Flüchtlingskinder

In allen Büchern sind viele bunte Bilder und in vielen der Bücher sind wunderschöne Sticker.

in vielen der Bücher sind wunderschöne Stickerviele bunte Bilder in den Kinderbüchern

 

 

Auch die Malhefte sind wunderschön – und welches Kind malt nicht gerne?!.
Mit Bildern lernen die Kleinen dann ganz schnell deutsch und werden es leichter haben. Und Spaß macht´s sowieso.

 

Lustige Ausmalhefte für die Flüchtlings-Kinder

 

 

 

 

 

 

für die Flüchtlings-Kinder lustige Ausmalhefte

 

 

Der Karton war ziemlich groß und bot noch Platz für eine Menge Plüschtiere. Die waren zwar teilweise schon gebraucht, aber noch top in Ordnung.

Bücher und Plüschtiere für die Flüchtlings-KinderPlüschtiere für die Flüchtlings-Kinder

 

Schließlich fand ich noch zwei Schlafsäcke in meinem Kleiderschrank und sortierte bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Kleidungsstücke aus.

Solidarität - Schlafsäcke für Flüchtlinge

Solidarität - Kleidung für Flüchtlinge

 

 

Und so ging letztendlich nicht nur 1 Paket auf die Reise, sondern 3.

Den Transport der Pakete von meiner Wohnung zu Hermes habe ich deshalb gleich organisiert, denn das könnte ich nicht allein bewältigen. Schön, wenn man Freunde oder Familie hat, auf die man jederzeit zählen kann.

Solidarität - 3 Pakete für DRK-Aktion für Flüchtlinge

 

Ich habe all meine Facebook-Freunde an meiner Aktion teilhaben lassen und freue mich sehr über die durchweg positiven Kommentare.

Ich bin sehr dankbar, dass es mir trotz einiger Herausforderungen verglichen mit den Menschen, die ihre Heimat verlieren bzw. verlassen, hier sehr gut geht. Ich habe ein super Gefühl, dass der Gedanke der Solidarität weiter wächst und ich einen klitzekleinen Beitrag dazu geleistet habe, die Welt ein bisschen schöner zu machen.

Jeder kann auf seine Weise dazu beitragen, Menschen glücklich zu machen. Und sei es nur für einen Moment.

Es gibt viele Möglichkeiten, Flüchtlinge zu unterstützen. 

Spaß und Lebensfreude darf es nicht nur für ausgewählte Menschen geben. Es sind Grundbedürfnisse jedes einzelnen Menschen, und wir können dazu beitragen, diese Welt für jeden lebens- und liebenswert zu gestalten.

 

 

Was meinen Sie dazu?

Zaubern Sie diesen Menschen wieder ein Lächeln ins Gesicht?!

  • Helfen Sie mit, dass diese Menschen ihre Lebensfreude wiederfinden,
  • helfen Sie mit, dass die Tränen der Kinder schnell vergessen sind,
  • helfen Sie mit, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die unsere Hilfe brauchen, wieder lachen und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen können und
  • helfen Sie mit, dass unsere Welt ein kleines bisschen schöner wird.

Bitte lassen Sie mich an Ihren Gedanken und Taten teilhaben.

 

 

Noch ein Tipp:

Falls Sie auch mehr als 1 Paket per Hermes-Versand auf die Reise schicken:

Ich hatte den Einlieferungsschein für meine Spendenpakete dreimal ausgedruckt und nicht gesehen, dass auf jedem einzelnen Schein die gleiche Transport-Nr. steht. Es hat dank der netten Bedienung im Hermes-Shop dann doch geklappt und ich musste zwei der drei Pakete nicht wieder mit nach Hause nehmen, aber besser Sie achten gleich darauf:
Schließen und starten Sie die Aktionsseite jedesmal neu, um den Schein auszudrucken.

Dann sollte alles reibungslos klappen.

 

 

Wenn Sie Fragen zu dieser oder anderen Spendenaktionen des DRK haben, hier können Sie Informationen einholen: 

DRK Spenderservice

Tel: 030 / 85 404 – 444
spenderservice@drk.de
Postfach 450 259, 12172 Berlin

 

 

Die wichtigsten Links aus diesem Artikel: „Solidarität – ist sie verlorengegangen?“

Die DRK-Spendenaktion:

https://www.rebuy.de/s/drk-spendenaktion

 

Meine Postings auf Facebook:

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Meine Artikel zu „Weihnachten im Schuhkarton“
(im November ist es wieder so weit!)

http://www.lebensfreude-wiederfinden24.de/weihnachten-im-schuhkarton-machen-sie-mit/

http://www.lebensfreude-wiederfinden24.de/weihnachten-im-schuhkarton-2012/

 

 

 

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