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Erdbeeren in der Literatur

Die Erdbeere nimmt in der Literatur einen wichtigen Platz ein.

Wie ich in meinem Artikel „Endlich Erdbeerzeit! Anregungen und Rezepte“ schon schrieb, steht die Erdbeere für Anmut und Schönheit, für Erotik, Verlockung und Verführung und gilt seit Jahrtausenden als Symbol für Reinheit, für die unbefleckte Jungfrau.
Wissenschaftler der Harvard Medical School haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass der regelmäßige Verzehr von Erdbeeren sogar den Alterungsprozess unseres Gehirns um mehrere Jahre verlangsamt. Das finde ich so großartig, weil ich Erdbeeren über alles liebe.
In dem oben genannten Blog-Artikel habe ich angekündigt, dass ich der Erdbeere in der Literatur eine eigene Seite widme, denn ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich bei meiner Recherche auf einige Gedichte über die Erdbeere gestoßen bin. Und hier ist sie nun, die Seite „Erdbeeren in der Literatur“.

Wenn Sie weitere kennen, freue ich mich, wenn Sie sie mir mitteilen. Ich nehme diese dann gern noch in meine Seite „Erdbeeren in der Literatur“ auf.

Die Autorin Gabriela Bredehorn schrieb 2011 das Gedicht:

Die Erdbeeredeutsche Erdbeeren

Die Süße jeder reifen Beere,
ist ein Prozess der Strahlenlehre.
Da trifft die Sonne auf die Teilchen,
und lässt sie wachsen wie die Veilchen.
Das dauert eine ganze Weile,
(glaub‘ ja nicht, das ich mit dir teile,)
wenn sie gesüßt am Beiwerk hängen,
und dicht an dicht die Köpfchen drängen.

Verrückt bin ich nach roten Früchten,
Ostara werd‘ ich immer züchten.
Sie ist ein wahrer Beerentraum,
auf Eis und auch geschlag’nem Schaum.
Sie gibt die beste Erdbeertorte,
ich bin verliebt, mir fehl’n die Worte.
Mit ihr füll‘ ich die größten Schalen,
doch bis dahin, werd‘ ich sie malen.

© Gabriela Bredehorn
Aus der Sammlung „Mensch und Natur“

 

Der Wiener Dichter Ferdinand von Saar schrieb im 19. Jahrhundert das Gedicht:

Die Erdbeere

Erdbeerzeit-GeschenkBei heißen Sonnenbränden,
Du Beere, duftig, roth,
Mit nimmermüden Händen
Pflückt dich das Kind der Noth.

Es sieht die Fülle prangen
Und unterdrückt dabei
Das eigene Verlangen,
Wie mächtig es auch sei.

Gehäuften Topf und Teller
Trägt es zum Händler dann;
Der geizt noch mit dem Heller –
Er ist ein kluger Mann.

Doch nicht bei seines Gleichen
Vollendet sich der Kreis:
Erst auf dem Tisch des Reichen,
Der zu bezahlen weiß.

So wird zur Menschenhabe
Und dient dem Wucher nur
Selbst deine frei’ste Gabe,
O liebende Natur!

Ferdinand Ludwig Adam von Saar (1833-1906)

 

Ein weiterer Dichter aus Österreich schrieb ebenfalls im 19. Jahrhundert das kleine Gedicht:

Erdbeeren

frisch gewaschene ErdbeerenSind wir denn so arm im Norden,
Haben wir gar nichts zu bieten?
Mit des Südens schönsten Blumen
Wagen’s uns’re Alpenblüthen.
Neben Pfirsichen und Trauben,
Deiner Villa Stolz und Ehre,
Möcht‘ ich fast noch höher preisen
Das Arom‘ der Wald-Erdbeere.

Adolf Pichler (1819-1900)

 

Schon vor über 200 Jahren – im 18. Jahrhundert – schrieb der Poet August Heinrich Hoffmann von Fallersleben:

Erdbeerlese

Warten auf die ErdbeerzeitElise.
Wohin? wohin, ihr lieben Mädchen?
Sophiechen, Mariechen und Gretchen und Käthchen?

Sophie.
Wir wollen im Schatten
Der hohen Buchen
Auf grünen Matten
Erdbeeren uns suchen.

Elise.
Erdbeeren, sie lachen von fern mich schon an,
Ich hab‘ so recht meine Freude dran.
So oft ich sie kostete, hab‘ ich gedacht,
Gott hat sie wohl nur für die Engel gemacht.
So duftig, so schön von Farb‘ und Gestalt,
Die herrlichste Frucht im ganzen Wald!
O könnt‘ ich sie pflücken
An jedem Ort,
Ich würde mich bücken
In Einem fort!

Gretchen.
Doch um gut sie heimzubringen,
Mein‘ ich, wird es nöthig sein,
Daß wir jetzt vor allen Dingen
Körbchen flechten groß und klein.
Seht, dort am Graben
Sind Binsen zu haben!

Alle.
Laßt uns denn aus Binsen winden
Körbchen groß und klein!
Alle Beeren, die wir finden,
Legen wir darein.

Mariechen und Käthchen.
Welch Entzücken! Erdbeer‘n suchen
Und im Schatten bei den Buchen
Auf den Matten Erdbeer‘n pflücken!
Wollt‘s uns glücken! welch Entzücken!

Alle.
Es wird uns glücken,
Wir werden sie pflücken!
Klein ist die Mühe, groß der Gewinn:
Heißa wohlan! zum Walde hin!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Tonak Marga

    Hallo und guten Tag,
    da ich einen Vortrag über das Thema Erdbeeren machen, fanf ich den Bericht sehr aufschlußreich und die Gedichte zum Vorlesen sehr gut.
    Mit freundlichem Gruß
    Marga Tonak

    1. Roswitha Uhde

      Das freut mich sehr, Marga.
      Ist ja lustig, dass du mitten im Winter einen Vortrag über Erdbeeren hältst.
      In welchem Rahmen findet der Vortrag statt?
      Herzliche Grüße
      Roswitha

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